Gemeinde Ottersweier

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Neue Wege der Archiv-und Museumsorganisation

Der Kommunale Archiv-Verbund "Südlicher Landkreis" nahm am 1. Januar 1998 als Kooperation der Gemeinden und Städte Bühl, Bühlertal, Hügelsheim, Lichtenau, Ottersweier, Rheinmünster und Sinzheim seine Tätigkeit auf.

Kommunaler Archivverbund "Südlicher Landkreis"

Hinter dem Kommunalen Archiv-Verbund steckt die gemeinsame Wahrnehmung von Aufgaben aus den Bereichen Archiv, Museum und historische Öffentlichkeitsarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus und die damit verbundene Finanzierung einer Personalstelle im Stadtgeschichtlichen Institut der Stadt Bühl.

Die ersten beiden Jahre haben gezeigt, dass mit dem Archiv-Verbund ein sichtlich erfolgreicher und innovativer Weg beschritten wurde.

Fünf sehr gut besuchte Ausstellungen (Fotoausstellung Unzhurst, Dokumentation zur Restaurierung der Geiserschmiede, 100 Jahre Spargelanbau Hügelsheim, 25 Jahre Gemeinde Rheinmünster, 700 Jahre Stadtrecht Lichtenau), die Eröffnung des Museums Geiserschmiede Bühlertal mit den ersten Themenbereichen, elf verzeichnete oder neu angelegte Archivbestände und einige Aufsätze in verschiedenen Periodika beweisen dies.

Obwohl Ottersweier mit nur 10 % an den Arbeitsleistungen des Kommunalen Archiv-Verbunds beteiligt ist, sind die Aktivitäten für Ottersweier sehr vielgestaltig.

Stadtgeschichtliches Institut Bühl
Schloß Waldsteg
Otto-Stemmler-Straße 6
77815 Bühl-Neusatz
Fon: 07223 940-876
Fax: 07223 940-8777
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Archivbenutzung - ein Recht für alle

Über den Archivverbund werden die Archivbestände - die Geschichtsquellen der einzelnen Gemeinden - vom Stadtgeschichtliches Institut im Schloss Waldsteg in Bühl-Neusatz betreut.

eder, der sich für ein bestimmtes Thema interessiert, kann das Archiv aufsuchen, wenn er dort Quellen vermutet. Wenn Sie einen Archivbestand einer der beteiligten Gemeinden des Kommunalen Archiv-Verbunds einsehen möchten, sollten sie sich an das Stadtgeschichtliche Institut wenden. Dort werden Sie beraten und es werden Ihnen Findmittel ausgehändigt, aus denen die Archivalien ermittelt und bestellt werden können. Die Archivmitarbeiter informieren Sie auch darüber, ob die von Ihnen gewünschten Dokumente eventuell aus Gründen des Datenschutz oder aus konservatorischen Gründen für eine Benutzung gesperrt sind. Die Benutzung, die ausschließlich unter Aufsicht im Lesesaal stattfinden kann, ist für den nicht gewerblichen Bereich kostenlos. Die Recherchen in den vorlegten Archivalien sind Aufgabe des Benutzers, das Archivpersonal kann nur anleiten und beraten. Soll die Suche vom Stadtgeschichtlichen Institut erledigt werden, so ist diese Dienstleistung kostenpflichtig.

Das Stadtgeschichtliche Institut verfügt auch über ein Rückvergrößerungsgerät für die Benutzung von Mikrofilmen. An dem Gerät können Zeitungen, kirchliche Standesbücher und Karten angesehen und auch ausgedruckt werden. Eine Reservierung des Reader-Printer wird empfohlen.

Stadtgeschichtliches Institut Bühl
Schloß Waldsteg
Otto-Stemmler-Straße 6
77815 Bühl-Neusatz
Fon: 07223 940-876
Fax: 07223 940-8777
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Eine junge Institution für alte Geschichtsquellen

Die Initiativen zu einer Zusammenarbeit im Museums- und Archivsektor im südlichen Teil des Landkreises Rastatt datieren bereits ins Jahr 1993, als erste informelle Gespräche aufgenommen wurden. Durch die ungünstige Haushaltsentwicklung, wurde das Projekt zunächst verschoben, um auf Drängen einiger Gemeinden im Jahre 1997 wieder in Angriff genommen zu werden. Keine der jetzt beteiligten Gemeinden wurde bislang den durch das Landesarchivgesetz formulierten Vorgaben gerecht oder konnte sich finanziell einen eigenen Archivar leisten. Die Ausgangsüberlegungen für die Zusammenarbeit waren daher der Grundsatz, dass Archiv- und Museumsarbeit kontinuierlich geleistet werden muss, dabei aber Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen sollten.

Um die Kostenseite für die Finanzkraft kleinerer und mittlerer Gemeinden und Städte angemessen zu gestalten, sollte eine Fachkraft gemeinsam finanziert und mögliche Bereiche gebündelt werden. Die Zusammenarbeit über einen freiwilligen Zusammenschluss in kommunaler Selbstbestimmung erfolgen.

Der letztlich unterzeichnete Vertrag wurde in mehreren Arbeitstreffen der beteiligten Bürgermeister ausgearbeitet und zur Beratung und Beschlussfassung im November 1997 in die einzelnen Gemeinderäte gegeben. Nach der überwältigenden Zustimmung dieser Gremien konnte am 5. Dezember 1997 die privatrechtliche Vereinbarung in Rheinmünster unterzeichnet werden.

Im Vordergrund der Vereinbarung steht die sachgerechte Unterbringung und Aufbereitung der Gemeindearchive. In einigen der beteiligten Gemeinden wurden diverse Ordnungsarbeiten an den Archivbeständen in der Vergangenheit bereits begonnen, aber meist nicht abgeschlossen. Für die tägliche Verwaltungsarbeit aber auch für die im Aufbau befindlichen bzw. geplanten Museen sind Kenntnisse über die Inhalte der gemeindlichen Aktenbestände unabdingbar. Meist deckt sich aber der Inhalt der Aktendeckel nicht mit dem tatsächlichen Inhalt der jeweiligen Akte, oder in älteren Verzeichnissen erwähnte Archivalien lassen sich nicht mehr auffinden. Einen Überblick über die tatsächlich vorhandenen Aktenstücke kann meist nur eine neue Verzeichnung bringen.

Ähnlich verhält es sich mit den laufenden Registraturen. In den meisten Gemeinden wurden die laufenden Registraturen letztmals bei der Gemeindereform Anfang der 1970er Jahre in die Archive überführt. Aufgrund der Fülle des inzwischen stark angewachsenen Aktenmaterials traute sich seither keiner an eine Kassierung und Archivierung heran.

Im Museumsbereich bot sich eine interkommunale Zusammenarbeit ebenfalls an. Denn die einzelnen Gemeinden haben im Laufe der geschichtlichen Entwicklung immer wieder Gemeinsamkeiten gehabt. Seien es die gleichen territorialen Herrscher, die gleichen Kriegsgeschehnisse oder "lediglich" die gleichen Lebensgrundlagen.

Die Darstellung der Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Bevölkerung zwischen Rhein und Reben würde sich in den verschiedenen Museen unweigerlich wiederholen. Die überall zu sehenden typischen Arbeitsgeräte der Landbevölkerung sehr schnell zu Museumsverdruss und Langeweile bei den Besuchern führen.

Durch Kooperation kann hingegen die Qualität der einzelnen geplanten bzw. bereits eröffneten Museen verbessert und der Besuchsanreiz wesentlich erhöht werden. Kooperation kann auch bei der Sicherung von Kulturgütern durch Absprachen beim Kaufverhandlungen oder Versteigerungen, durch Tausch von Sammlungsgegenständen oder durch die gemeinsame Ausnutzung von Lagerkapazitäten praktiziert werden. Gemeinsam können museumspädagogische Konzepte und Ausstellungen erarbeitet werden, so dass sich die Museumsinhalte gegenseitig ergänzen und den Besucher zu einer Rundreise einladen. Wanderwege zwischen den Museen könnten ausgewiesen, Erfahrungen bei Restaurierungen ausgetauscht oder gemeinsame Öffnungszeiten abgesprochen werden. Das Feld der Ideen ist hier schier unerschöpflich.